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Dr. Copper liegt daneben, Kommentar zum Kupferpreis von Dieter

Kuckelkorn

Frankfurt (ots) - Der Kupferpreis ist am Montag mit 6622,50 Dollar je Tonne auf

den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. Er befindet sich damit auf einem

Niveau, das deutlich höher ist als zu Beginn der Coronakrise. Dass dies während

der Krise möglich ist, überrascht, zumal der Kupferpreis stark von realem

Angebot und realer Nachfrage geprägt ist und weniger vom Interesse der

Finanzinvestoren, wie das insbesondere bei Gold der Fall ist. Kupfer ist also in

einem weit geringerem Ausmaß Teil der Spekulationsblase an fast allen

Kapitalmärkten.

Damit stellt sich die Frage, woher dann das Potenzial für den Preisschub

gekommen ist. "Dr. Copper" galt stets als ein zuverlässiger Indikator für den

Zustand der Weltkonjunktur. Sollte also eine V-förmige Erholung Realität werden,

die die Weltwirtschaft rasch auf ein Niveau hebt, das sogar über dem Stand von

vor der Krise liegt?

Dazu ist zunächst festzustellen, dass es Sonderfaktoren gibt, die den

Kupferpreis antreiben. Es sieht nämlich nach einer Verknappung des Angebots aus.

Daran ist zum einen die in Südamerika heftig wütende Covid-19-Pandemie

verantwortlich. So gehört Chile als der wichtigste Kupferproduzent zu den

Ländern im Einflussbereich der USA, die die Seuche nicht in den Griff bekommen.

Das schwach ausgeprägte Gesundheitssystem des Landes ist bereits überlastet. So

lässt sich nicht ausschließen, dass der Lockdown auch den Kupferbergbau

betreffen könnte, mit der Folge einer deutlichen Reduzierung des Angebots. Zudem

gibt es in Chile einen Arbeitskampf. So haben die Minenarbeiter ein letztes

Tarifangebot des Rohstoffkonzerns Antofagasta abgelehnt, so dass die Zeichen auf

Streik stehen.

Nicht übersehen werden sollte auch, dass es vor allem die Konjunktur in China

ist, die sich nach dem dortigen Sieg über die Pandemie zügig erholt - weniger

jedoch diejenige in den weit entwickelten westlichen Ländern. Dies ist insofern

von Bedeutung, als dass Chinas Wirtschaft noch stark auf die reale

Industrieproduktion ausgerichtet ist, die mit einem hohen Kupferverbrauch

einhergeht. Die vom Coronavirus besonders hart getroffenen weit entwickelten

westlichen Länder sind hingegen vorwiegend auf den Dienstleistungssektor

orientiert, ihr Kupferverbrauch ist deutlich geringer.

Es wäre also falsch, von der Entwicklung des Kupferpreises her auf eine

freundliche Konjunkturentwicklung etwa in Europa oder den USA zu schließen. Als

Konjunktursachverständiger liegt "Dr. Copper" diesmal daneben.

Pressekontakt:

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Telefon: 069--2732-0

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